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Startseite > Tipps zur Steuererklärung > Arbeitnehmer > Drucker steuerlich absetzen?
Beruflich oder nicht

Ein Computer ist ein Arbeitsmittel: Nutzen Sie ihn ausschließlich oder zu mindestens 90 Prozent für berufliche Zwecke?

Dann sind die Kosten in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar. Verwenden Sie ihn auch für private Zwecke, werden die Kosten nur mit dem entsprechenden beruflichen Nutzungsanteil anerkannt, mindestens aber zu 50 Prozent. 

Peripheriegeräte einer Computeranlage sind insbesondere Drucker, Scanner, Plotter, Grafiktablett usw. Solche Geräte kosten heute im Allgemeinen weniger als 410 EUR (ohne Mehrwertsteuer). Die Frage ist, ob sie dann geringwertige Wirtschaftsgüter darstellen und die Kosten deshalb in voller Höhe sofort als Werbungskosten absetzbar sind (§ 9 Abs. 1 Nr. 7 Satz 2 EStG).

Selbständig nutzbar

Hierzu müssen Sie Folgendes wissen: Die Sofortabschreibung ist nur für Wirtschaftsgüter möglich, die nicht nur selbständig bewertungsfähig, sondern zudem auch selbständig nutzungsfähig sind (§ 6 Abs. 2 EStG). Ein Gerät ist nicht selbständig nutzungsfähig, wenn es nur zusammen mit anderen Geräten genutzt werden kann und die zur Nutzung zusammengefassten Geräte technisch aufeinander abgestimmt sind. Dies trifft auf Peripheriegeräte einer PC-Anlage zu, die nach ihren technischen Eigenschaften auf ein Zusammenwirken angelegt sind und nach einer Trennung von den übrigen Geräten nicht selbständig genutzt werden können. 

Bereits im Jahre 2004 hatte der Bundesfinanzhof entschieden, dass "Drucker und Scanner regelmäßig keine geringwertigen Wirtschaftsgüter sind" und deshalb nicht sofort abgesetzt werden dürfen (BFH-Urteil vom 19.2.2004, BStBl. 2004 II S. 958). Da also ein Sofortabzug nicht möglich ist, hat das Finanzgericht München die nicht selbständig nutzungsfähigen Teile, wie den Drucker, als Bestandteil der Computeranlage und somit als einheitliches Wirtschaftsgut gewertet. Und das bedeutet: Wird der Drucker wegen Defekts ersetzt, sind die Kosten als Erhaltungsaufwand in voller Höhe bzw. mit dem beruflichen Nutzungsanteil absetzbar (FG München vom 25.9.2007, 5 K 2929/07).

Kein Erhaltungsaufwand

Der Bundesfinanzhof hat jetzt diese großzügige Sichtweise abgelehnt. Die Peripheriegeräte des PC, wie der Drucker, sind zwar nicht selbständig nutzungsfähig und deshalb nicht sofort absetzbar. Sie sind aber selbständig bewertungsfähig und müssen daher eigenständig abgeschrieben werden, auch wenn die Kosten weniger als 410 EUR betragen. Bei Austausch eines Peripheriegerätes sind die Anschaffungskosten des Ersatzgerätes nicht als Erhaltungsaufwand in voller Höhe absetzbar. Auch können die Kosten des Ersatzgerätes nicht als nachträgliche Anschaffungskosten dem Restwert des PC hinzugerechnet und damit zusammen abgeschrieben werden (BFH-Urteil vom 15.7.2010, III R 70/08).

 

Wichtig

Diese Regelung bedeutet: Wird ein vorhandener Drucker, der eigenständig abgeschrieben wird, innerhalb von drei Jahren wegen eines Defekts durch ein neues Gerät ersetzt, kann der Restwert als "Absetzung für außergewöhnliche technische Abnutzung" (AfaA) im Rahmen der Werbungskosten abgesetzt werden (§ 9 Abs. 1 Nr. 7 i.V.m. § 7 Abs. 1 Satz 7 EStG).

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Kommentare (1)
  • Fritz Reuter  - Drucker steuerlich absetzen
    Es ist darauf hinzuweisen, dass obiger Beitrag nur für solche Drucker gilt die den PC benötigen um drucken zu können. Multifunktionsdrucker können auch ohne PC die meisten ihrer Funktionen wie drucken oder scannen, faxen erfüllen, somit sind sie ein eigenständiges Wirtschaftgut.
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