Wer ein Fahrzeug least, muss im Allgemeinen zu Beginn des Leasingvertrages eine Leasing-Sonderzahlung leisten.

Diese Sonderzahlung kann steuerlich nicht anteilig für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zusätzlich zur Entfernungspauschale abgesetzt werden, denn mit der Entfernungspauschale sind sämtliche Kosten abgegolten. Vielmehr ist die Sonderzahlung nur in Höhe des Nutzungsanteils, der auf Auswärtstätigkeiten bzw. dienstliche Reisen entfällt, als Werbungskosten absetzbar. Und zwar nur dann, wenn diese Fahrten mit dem Km-Kostensatz und nicht mit der Dienstreisepauschale abgerechnet werden. Den Werbungskostenabzug können Sie auf zweierlei Weise vornehmen:

  • Sie rechnen die Leasing-Sonderzahlung im Jahr der Zahlung in voller Höhe zu den Gesamtkosten. Da mit dem Km-Kostensatz nur dienstliche Fahrten abgerechnet werden, wirkt sich die Sonderzahlung im Jahr der Zahlung in Höhe des dienstlichen Nutzungsanteils steuermindernd aus (BFH-Urteil vom 5.5.1994, BStBl. 1994 II S. 643).
  • Sie ermitteln den dienstlichen Nutzungsanteil des Fahrzeugs und machen die Leasing-Sonderzahlung außerhalb des Km-Kostensatzes im Jahr der Zahlung in Höhe des dienstlichen Nutzungsanteils als Werbungskosten geltend. Dies empfiehlt sich, wenn Sie die Zahlung bereits vor dem Jahr leisten, in dem Sie das Fahrzeug erstmals nutzen. Oder wenn die Nutzung des Fahrzeugs im Jahr der Zahlung nur kurz ist (BFH-Urteil vom 15.4.2010, VI R 20/08). 

Der Bundesfinanzhof eine zusätzliche Erschwernis eingeführt: Er verlangt, dass über das Jahr der Zahlung hinaus auch die Folgejahre zu beachten sind. Denn die Leasing-Sonderzahlung dürfe nur dann im Jahr der Zahlung in Höhe des dienstlichen Nutzungsanteils als Werbungskosten berücksichtigt werden, wenn die dienstlichen Fahrten nicht nur im Erstjahr, sondern während der gesamten Laufzeit des Leasingvertrages mit dem Km-Kostensatz abgerechnet werden. In den Folgejahren dürfen Sie also nicht zur Abrechnung mit Dienstreisepauschale wechseln (BFH-Urteil vom 15.4.2010, VI R 20/08). 

 

Wichtig

Eine Leasing-Sonderzahlung ist nur in Höhe des dienstlichen Nutzungsanteils absetzbar. Und nur dann, wenn die dienstlichen Fahrten mit dem Km-Kostensatz abgerechnet werden. Und dies nicht nur - wie bisherige Praxis - im Jahr der Zahlung, sondern auch in den (beiden) Folgejahren während der Laufzeit des Leasingvertrages. Jedenfalls darf die Sonderzahlung nicht zusätzlich zur Dienstreisepauschale und auch nicht zusätzlich zur Entfernungspauschale für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte steuermindernd geltend gemacht werden.

 

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