Versicherungsbeitraege

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Inhaltsverzeichnis

Versicherungsbeiträge/Vorsorgeaufwendungen

Versicherungsbeiträge, die Sie als Vorsorgeaufwendungen abziehen dürfen, sind - negativ abgegrenzt - keine Beiträge zu Sachversicherungen (Brand-, Hagel-, Diebstahl- und Glasversicherungen sowie zu Rechtsschutz- und Hausratsversicherungen). Positiv ausgedrückt geht es um Vorsorgeaufwendungen, insbesondere eine Vorsorge für das Alter. Es gibt drei Gruppen von Vorsorgeaufwendungen: siehe Hauptvordruck Seite 3

  • besondere Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG) - Basisversorgung,
  • zusätzliche Vorsorgeaufwendungen - Riesterrente (§ 10a EStG) und
  • sonstige Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG).

Versicherungsbeiträge - nachweisen!

Grundsätzlich können Sie Versicherungsbeiträge (= Vorsorgeaufwendungen) nur dann als Sonderausgaben abziehen, wenn Sie dem Finanzamt durch entsprechende Unterlagen nachweisen, dass Sie solche Beiträge auch tatsächlich zahlen. Und weil es zu jeder Regel (mindestens) eine Ausnahme gibt:

Nur für Arbeitnehmer! Vorsorgepauschale

Arbeitnehmer müssen diese Vorsorgeaufwendungen (ohne die zusätzlichen Vorsorgeaufwendungen nach § 10a EStG, s.o.) nicht nachweisen. Stattdessen können sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer (das ist der Normalfall) die allgemeine Vorsorgepauschale abziehen. Die Vorsorgepauschale wird ab 2005 neu berechnet.
Im Kapitel „Einnahmen als Arbeitnehmer“ sind wir ausführlich auf den Abzug von Vorsorgeaufwendungen und insbesondere auf die Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und an berufsständische Versorgungseinrichtungen eingegangen; bitte lesen Sie dort auch einmal nach.

Wichtig:

Als Arbeitnehmer sollten Sie auf jeden Fall - besonders aber, wenn Sie in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei sind (z.B. Beamte) - diese Sparmöglichkeit ausnutzen und Ihre tatsächlich angefallenen Versicherungsbeiträge in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Ob Ihre Beiträge unter den Beträgen der Vorsorgepauschalen liegen, spielt dann keine Rolle: Ihre jeweilige Vorsorgepauschale zieht das Finanzamt in jedem Fall ab.

Höchstbetrag und nachgelagerte Besteuerung

Als Folge des Urteils des Bundesverfassungsgerichts musste der Gesetzgeber die Besteuerung von Renten einerseits und die der Pensionen (steuerlich sind das Versorgungsbezüge) angleichen. Der Weg dorthin heißt „nachgelagerte Besteuerung“. Damit ist gemeint, dass in einer Übergangsphase bis 2040 schrittweise die Renten voll versteuert werden und andererseits die gezahlten Versicherungsbeiträge zum Aufbau der Altersvorsorge in voller Höhe als Sonderausgaben abziehbar sind; weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Renten und andere Leistungen.
Folge dieser Neuregelung ist aber auch, dass ein sehr viel höherer Betrag für die unmittelbare Altersvorsorge als Sonderausgaben abgezogen werden darf. Diese Neuregelung gilt für die besonderen Altersvorsorgeaufwendungen bzw. für die Basis- oder Grundversorgung im Alter. Ebenso wie die volle Besteuerung der Renten schrittweise von 50% im Jahr 2005 bis auf 100% im Jahr 2040 angehoben wird, gibt es für die besonderen Altersvorsorgeaufwendungen auch eine Übergangszeit. Der angestrebte

  • Höchstbetrag von 20.000 Euro

wird erst 2025 erreicht und beträgt

  • im Jahr 2008 13.200 Euro, d.h. 62% des Höchstbetrags (§ 10 Abs. 3 EStG)
  • im Jahr 2007 12.800 Euro, d.h. 64% des Höchstbetrags.

Altersversorgung, Basisversorgung oder Grundversorgung.

Die als Sonderausgaben abziehbaren Altersvorsorgeaufwendungen sollen gezielt der unmittelbaren Altersversorgung dienen; und das ist steuerlich nur bei Beiträgen zu den folgenden Versicherungen gegeben:

  • zur gesetzliche Rentenversicherung,
  • zu landwirtschaftlichen Alterskassen,
  • zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen,
  • und ab 2005 auch zu bestimmten kapitalgedeckten privaten Versicherungen.

Abzug von Altersvorsorgbeiträgen als Sonderausgaben:

Liegen die Voraussetzungen für eine Begünstigung i. S. der Neuregelung vor, so dürfen die Versicherungsbeiträge für die Altersvorsorge als Sonderausgaben abgezogen werden. Diese Abzugsmöglichkeiten werden bis zum Jahr 2025 schrittweise nach folgendem Plan (s.u.) erhöht. Dabei gilt ein Ausgangswert von höchstens 20.000 Euro (bei zusammenveranlagten Ehegatten verdoppelt sich dieser Höchstbetrag), der erst im Jahr 2025 zu dann 100% abgezogen werden darf (§ 10 Abs. 3 EStG); dazu folgender Überblick:


Sonderausgabenabzug in den Jahren 2005 bis 2025
Jahr % ¹ Jahr % ¹
2005 60 2215 80
2006 62 2016 82
2007 64 2017 84
2008 66 2018 86
2009 68 2019 88
2010 70 2020 90
2011 72 2021 92
2012 74 2022 94
2013 76 2023 96
2014 78 2024 98

¹ Prozentsatz der Beitragsberücksichtigung zur Altersvorsorge


Kürzung des Höchstbetrags bei Arbeitnehmern mit Arbeitgeberzuschüssen nach § 3 Nr.62 EStG

Zu den Beiträgen, die zum Erwerb der Altersvorsorge abgezogen werden dürfen, ist neben den eigenen Beiträgen des Steuerpflichtigen der nach § 3 Nr. 62 EStG steuerfreie Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung (= 50% des Gesamtbeitrags zur Rentenversicherung) und ein diesem gleichgestellter steuerfreier Zuschuss des Arbeitgebers (zunächst) zuzurechnen. Neu ab 2008: Bei geringfügig Beschäftigten gilt diese Regelung nur auf Antrag des Steuerpflichtigen! Im Jahr 2008 sind von dem Gesamtbetrag der Vorsorgeaufwendungen (Arbeitnehmeranteil zuzüglich Arbeitgeberanteil) 66% (s.o.) anzusetzen. Der sich danach ergebende Betrag muss jedoch um den nach § 3 Nr. 62 EStG steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung und einen diesem gleichgestellten steuerfreien Zuschuss des Arbeitgebers wieder vermindert werden.
Der Arbeitgeberanteil wird in Zeile 65 des Mantelbogens eingetragen (= Betrag lt. Zeile 22 der Lohnsteuerbescheinigung).

Befreiende Wirkung

Wenn Sie als Arbeitnehmer von der Rentenversicherungspflicht befreit sind, tragen Sie in Zeile 62 des Mantelbogens Ihrer Steuererklärung Ihre Aufwendungen ein für eine öffentlich-rechtliche Versicherungs- oder Versorgungseinrichtung Ihrer Berufsgruppe und Aufwendungen an landwirtschaftliche Alterskassen oder in Zeile 63 die Aufwendungen für die freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie freiwillige Beiträge zu einer berufsständischen Versicherung, gemindert um Beitragszuschüsse.
Auch hier gilt natürlich: Ehrlich währt am längsten! Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen steuerfreie Zuschüsse gewährt, müssen Sie die von Ihren eigenen Aufwendungen abziehen. Klar, oder? Schließlich hatten nicht nur Sie Ausgaben, sondern auch Ihr Arbeitgeber. Dasselbe gilt übrigens für Beitragsrückzahlungen und ausgezahlte Gewinnanteile.

Pflegeversicherung: Freiwillige vor!

Auch Beiträge zu einer freiwilligen Pflegeversicherung sind Sonderausgaben, falls Sie nach dem 31. Dezember 1957 geboren sind. Bitte tragen Sie die von Ihnen gezahlten Versicherungsbeiträge in die dafür vorgesehene Zeile 68 des Mantelbogens ein. Zusammen veranlagte Ehegatten tragen ihre Beiträge jeweils für den versicherten Ehegatten gesondert ein. Diese Beiträge werden zusätzlich bis zu einer Höhe von 184 Euro berücksichtigt.

Und die älteren Semester?

Bei krankenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern, die vor dem 1. Januar 1958 geboren sind, ist der Pflichtbeitrag zur Pflegeversicherung im Gesamtsozialversicherungsbeitrag (Zeile 69 des Mantelbogens) enthalten. Alle übrigen Steuerpflichtigen (Arbeitnehmer oder Nichtarbeitnehmer), die vor dem 1. Januar 1958 geboren sind und Beiträge zu einer Pflegeversicherung geleistet haben, tragen die jeweiligen Beträge in den Zeilen 70 (Rentner) bzw. 71 des Mantelbogens ein.

Die sonstigen Vorsorgeaufwendungen

Neben den Altersvorsorgeaufwendungen (Basisversorgung) können wie bisher auch die Beiträge zu den übrigen Versicherungen (= sonstige Vorsorgeaufwendungen) als Sonderausgaben abgezogen werden; hierzu der folgende Überblick:

    • Arbeitslosenversicherung,
    • Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, soweit nicht als kapitalgedeckte Rentenversicherung,
    • Kranken- und Pflegeversicherungen,
    • Unfall- und Haftpflichtversicherungen,
    • Risikoversicherungen,
    • Lebensversicherungen mit Rentenbeginn vor dem 1. Januar 2005,
    • Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht,
    • Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht gegen laufende Beitragsleistung, wenn das Kapitalwahlrecht nicht vor Ablauf von 12 Jahren ausgeübt werden kann,
    • Kapitalversicherungen gegen laufende Beitragsleistung, wenn der Vertrag für die Dauer von mindestens 12 Jahren abgeschlossen ist.

Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag

Bei rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern, bei denen der Arbeitgeber einen steuerfreien Anteil nach § 3 Nr. 62 EStG zahlt, sind die Beiträge für die Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung im Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag (Zeile 25 der Lohnsteuerbescheinigung) enthalten, dieser Betrag ist in Zeile 69 des Mantelbogens zu übernehmen.

Vorsorgeaufwendungen bei Selbständigen und Gewerbetreibenden

Auch Selbständige und Gewerbetreibende sowie Land- und Forstwirte können ihre Vorsorgeaufwendungen, das sind die besonderen Altersvorsorgeaufwendungen (Basisversorgung) und die sonstigen Vorsorgeaufwendungen im Rahmen der Veranlagung als Sonderausgaben geltend machen. Dabei gilt im Grunde die gleiche Höchstbetragsregelung wie für Arbeitnehmer, also höchstens 20.000 Euro, davon im Jahr 2008 66%, das sind 13.200 Euro, und zusätzlich für die sonstigen Vorsorgeaufwendungen (Kranken-, Pflege-, Haftpflicht-, Unfall- und Lebensversicherungen) 2.400 Euro, allerdings mit dem Unterschied, dass der Arbeitgeberbeitrag nach § 3 Nr. 62 EStG natürlich nicht (wie bei Arbeitnehmern) zu berücksichtigen ist. Auf Einzelheiten zum Abzug von Vorsorgeaufwendungen bei diesem Personenkreis sind wir im Kapitel „Einnahmen als Arbeitnehmer“ eingegangen; lesen Sie bitte dort nach.

Krankenversicherung

Beiträge, die Sie für eine freiwillige Krankenversicherung leisten, sind ebenfalls als Sonderausgaben abzugsfähig. Erstattete Beiträge (z.B. Prämiengutschriften im Folgejahr) müssen Sie angeben, denn sie kürzen Ihre steuerlichen Ausgaben. Die wichtigsten Krankenversicherungsarten: freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (auch bei Nichtarbeitnehmern), freiwillige Pflegeversicherung, Auslandsreiseheilkostenversicherung, Krankentagegeldversicherung sowie Krankenhaustagegeldversicherung und der Eigenanteil eines Rentners; das ist der gesamte Beitrag des freiwillig versicherten Rentners nach Abzug des an den Rentner ausgezahlten Zuschusses des Rentenversicherungsträgers.

Freiwillige Weiterversicherung

Im Arbeitnehmeranteil zum Gesamtsozialversicherungsbeitrag (s.o.) sind die gezahlten Krankenversicherungsbeiträge zur freiwilligen Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht enthalten. Diese sind entsprechend dem Nachweis der Versicherung in Zeile 71 einzutragen; steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers zur Krankenversicherung sind in Zeile 75 des Mantelbogens einzutragen.

Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung soll die speziellen finanziellen Folgen auffangen, die für Sie im Zusammenhang mit einem Unfall entstehen können. Neben der bekannten Autoinsassenunfallversicherung können Sie in Zeile 72 des Mantelbogens die gezahlten Prämien für alle folgenden typischen Versicherungen angeben: allgemeine private Unfallversicherung, Kinderunfallversicherung, Reiseunfallversicherung, Unfallzusatzversicherungen sowie die Kfz-Unfallversicherung. Auch hier gilt natürlich, dass Sie erstattete Beiträge angeben bzw. von der Gesamtsumme abziehen müssen.

Private Unfallversicherungen

Vorbemerkung
Arbeitnehmer können sich bekanntermaßen gegen Berufsunfälle und gegen außerberufliche Unfälle versichern. Im ersten Fall sind die Versicherungsbeiträge Werbungskosten, im anderen Fall Vorsorgeaufwendungen, die als Sonderausgaben abgezogen werden können. Bei einer Versicherung, die beide Situationen abdeckt, kann die Aufteilung der Versicherungsbeiträge mit 50:50 geschätzt werden (BMF-Schreiben vom 17. Juli 2000; BStBl 2000, S. 1204).
Achtung: Je nachdem, ob die Prämien für Ihre private Unfallversicherung steuerlich als Werbungskosten oder als Sonderausgaben abzuziehen waren, sind auch spätere Leistungen der Versicherungsgesellschaft unterschiedlich zu behandeln!

Leistungen aus privaten Unfallversicherungen

Prämien sind Werbungskosten
Während Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung steuerfrei sind, werden Leistungen aus privaten Unfallversicherungen unterschiedlich behandelt:

  1. Leistungen der Versicherungsgesellschaft sind grundsätzlich als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zu behandeln, soweit sie Entschädigungen i. S. des § 24 Nr. 1a EStG darstellen.
  2. Handelt es sich bei den Leistungen um wiederkehrende Bezüge, d.h. um gleich bleibende Bezüge auf die Lebenszeit des Versicherungsberechtigten, so sind diese Zahlungen regelmäßig als lebenslängliche Leibrenten zu behandeln; d.h., der Ertragsanteil ist nach § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchstabe a) Doppelbuchstabe bb) EStG zu ermitteln und zu versteuern.

Wichtig:

Schadensersatzrenten zum Ausgleich vermehrter Bedürfnisse (§ 843 BGB) sowie Schmerzensgeldrenten nach § 847 BGB sind nicht steuerbar (BMF-Schreiben vom 8. November 1995; BStBl II 1996, S. 705).

Lebensversicherungen: ab 2005 ade!

Nach § 10 Abs. 1 Nr. 3b EStG sind Beiträge zu Lebensversicherungen, also Versicherungen auf den Erlebens- oder Todesfall, ebenfalls im Rahmen der sonstigen Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben berücksichtigungsfähig.

Wichtig:

Das gilt aber nur für die unten angeführten Versicherungsbeiträge, wenn die Laufzeit dieser Versicherungen vor dem 1. Januar 2005 begonnen hat und ein Versicherungsbeitrag bis zum 31. Dezember 2004 entrichtet wurde.


Sind die Voraussetzungen für den Sonderausgabenabzug erfüllt, so sind die späteren Leistungen aus der jeweiligen Versicherung steuerfrei (BMF vom 22. August 2002; BStBl 2002 I, S. 827).


Voraussetzungen
Art der Versicherung Beitragsdauer Vertragsdauer Auszahlung
1. Risikolebensversicherung
  • einmalig
  • laufend
  • nicht vorgeschrieben in einer Summe
    2. Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht
  • einmalig
  • laufend
  • nicht vorgeschrieben nur als Rente
    3. Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht nur laufend bei Wahlrecht: 12 Jahre Rente aber Wahlrecht
    4. Kapitalversicherung mit Sparanteil nur laufend Mindestdauer 12 Jahre in einer Summe


    Beiträge zu Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht (Nr. 3, s.o.) und Kapitalversicherungen mit Sparanteil (Nr. 4, s.o.) sind ab 2004 nur noch mit 88% als Vorsorgeaufwendungen zu berücksichtigen (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG).

    Laufend oder Einmalbetrag?

    Eine laufende Beitragsleistung liegt vor, wenn die Beitragszahlungsdauer der Laufzeit des Versicherungsvertrags entspricht. Die laufende Beitragsleistung darf jedoch wirtschaftlich nicht einem Einmalbeitrag gleichkommen. Dies ist dann nicht der Fall, wenn nach dem Vertrag eine laufende Beitragsleistung für mindestens fünf Jahre ab dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vereinbart ist.
    Als Beiträge zu Lebensversicherungen gelten auch die an folgende Kassen bzw. Versicherungen geleisteten Zahlungen:

    • Pensions-, Sterbe- und Versorgungskassen,
    • Ausbildungs- und Aussteuerversicherungen,
    • Unfallversicherungen mit Prämienrückgewähr,
    • Aussteuer-, Berufsunfähigkeits- und Erbschaftsteuerversicherungen,
    • Witwen-, Waisen-, Sterbe- und Versorgungskassen,
    • Zusatzversorgungskassen des öffentlichen Dienstes (VBL).

    Second Hand

    Seit 1997 ist Schluss mit dem Sonderausgabenabzug bei sogenannten „gebrauchten Versicherungen“. Das sind Versicherungsverträge, die von einer anderen Person abgeschlossen und danach entgeltlich veräußert bzw. erworben werden. Wenn Sie also eine solche „gebrauchte“ Lebensversicherung nach dem 31.12.1996 gekauft haben, können Sie die Beiträge nicht als Sonderausgaben geltend machen. Dies gilt allerdings nicht für Versicherungen, mit denen arbeitsrechtliche und familienrechtliche Ansprüche erfüllt werden sollen.

    Wichtig:

    Vorsicht bei der Abtretung und Verpfändung von Lebensversicherungen! Grundsätzlich ist ein Sonderausgabenabzug von den Beiträgen nur möglich, wenn Sie die Leistungen, die Sie im Erlebensfall aus der Versicherung erhalten, nicht zur Tilgung oder Sicherung eines Darlehens verwenden, dessen Finanzierungskosten (also Zinsen usw.) Sie wiederum als Betriebsausgaben oder Werbungskosten absetzen können. Tun Sie es dennoch, gehen Ihnen der Sonderausgabenabzug der Lebensversicherungsbeiträge nach § 10 Abs. 2 Satz 2 EStG und zusätzlich die Steuerfreiheit Ihrer Erträge aus der Lebensversicherung nach § 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 4 EStG verloren. Im allerschlimmsten Fall droht Ihnen sogar eine Steuernachzahlung.

    Risikolebensversicherungen

    Ansprüche aus Lebensversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen (Risikolebensversicherungen), unterliegen diesen Einschränkungen dagegen nicht. Wenn Sie’s ganz genau wissen wollen, empfehlen wir Ihnen die Lektüre des Schreibens des Finanzministers zu diesem Thema, zu finden in BStBl I 2000, S. 1118. Die Versicherungsbeiträge tragen Sie bitte ebenfalls in Zeile 72 des Mantelbogens ein.

    Achtung!
    Beiträge an fondsgebundene Lebensversicherungen dürfen nicht als Sonderausgaben abgezogen 
    werden. 
    

    Arbeitslosenversicherung

    Bei Arbeitnehmern sind die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung in Zeile 25 der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen; dieser Betrag ist in die Zeile 69 des Mantelbogens zu übertragen (= Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag). Beiträge zu eigenen freiwilligen Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit sowie Beiträge zu eigenständigen Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen tragen Sie bitte in Zeile 71 des Mantelbogens ein.

    Haftpflichtversicherungen

    Solche Versicherungen werden für den Fall abgeschlossen, dass eine andere Person gegen Sie Ansprüche wegen eines schuldhaften Verhaltens geltend machen kann. Diese Versicherung kann eine Pflichtversicherung oder aber eine freiwillige Versicherung sein. Die bekannteste der Pflichtversicherungen ist die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung. Weitere Arten sind beispielsweise die Hunde-, Familien-, Privat- und die Gebäudehaftpflichtversicherung. Die von Ihnen gezahlten Beiträge für eine Haftpflichtversicherung tragen Sie in die Zeile 72 des Mantelbogens ein.
    Beiträge zu Kasko-, Hausrat- und Rechtsschutzversicherungen können Sie nicht abziehen. Also auch nicht eintragen!
    Beitragsrückvergütungen müssen Sie - leider, aber inzwischen dürften Sie sich schon daran gewöhnt haben - gesondert angeben.

    Wichtig:

    Beiträge zu einer privaten Berufshaftpflichtversicherung sind Werbungskosten; sie sind in der ANLAGE N anzugeben! Beispiel: Berufs- bzw. Amtshaftpflicht der Lehrer. Berufshaftpflichtbeiträge für Freiberufler sind als Betriebausgaben abziehbar.

    Wenn Riester ruft: Altersvorsorge, zusätzlich und privat

    Mit dem Altersvermögensgesetz (AVmG) hat die Bundesregierung ein „drittes Bein“ geschaffen - neben gesetzlicher und betrieblicher Rente: die Altersversorgung aus einem Vertrag mit einem privaten Anbieter. Sie ahnen es bereits, die Rede ist natürlich von der so genannten „Riesterrente“. Nach der Regierungsbegründung (Drucksache 14/5068, S. 9) soll der Aufbau einer privaten zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge in erster Linie die sinkenden Leistungen aus der staatlichen Rentenversicherung ersetzen. Als Anreiz zum Abschluss derartiger Verträge sind staatliche Zulagen auf die geleisteten Altersvorsorgebeiträge vorgesehen. Alternativ können Sie Beiträge für diese private Altersvorsorge bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 Euro im Jahr 2008 (1.575 Euro im Jahr 2007) zusätzlich, also neben Ihren sonstigen Vorsorgeaufwendungen, als Sonderausgaben abziehen. Dazu müssen Sie die eigens hierfür neu geschaffene ANLAGE AV bei Ihrem Finanzamt einreichen. Dort wird dann eine so genannte Günstigerprüfung (wie sie auch beim Kindergeld üblich ist) gemacht. Auf die wichtigsten Einzelheiten der Riesterrente gehen wir im Folgenden ein.

    Nachschlag gefällig?

    Zum Kreise begünstigter, also zulageberechtigter Personen gehören alle Steuerpflichtigen, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten (§ 10a Abs. 1 EStG). Dazu gehören insbesondere

    1. Arbeitnehmer in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis bei einem privaten, öffentlichen oder kirchlichen Arbeitgeber, bestimmte Gruppen selbständig Tätiger, Wehr- und Zivildienstleistende, Bezieher von Vorruhestandsgeldern sowie die Bezieher von Lohnersatzleistungen, also Empfänger von Arbeitslosengeld oder -hilfe.

    Zum Kreis der begünstigten Personengruppen werden

    1. auch nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte pflichtversicherte Personen gerechnet sowie Arbeitslose, die bei einem inländischen Arbeitsamt als Arbeitsuchende gemeldet sind und wegen ihres zu berücksichtigenden Vermögens oder Einkommens keine Lohnersatzleistungen erhalten;

    darüber hinaus

    1. Beamte, Richter und Berufssoldaten und sonstige Beschäftigte, die wegen gewährleisteter Versorgungsanwartschaften den Beamten gleichgestellt und damit in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei sind, sowie Minister, Senatoren und parlamentarische Staatssekretäre.

    Sie sehen: Fast alle bekommen etwas ab vom Kuchen. Nicht zulageberechtigt sind dagegen Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung und zusätzlich in einer Versorgungseinrichtung mit beamtenähnlicher Gesamtversorgung pflichtversichert sind - also die nicht, die ohnehin schon ihr Schäfchen im Trockenen haben.

    Altersvorsorgeverträge

    Der Staat begünstigt die Beiträge zu einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge aber nur, wenn sie zugunsten von Verträgen über eine kapitalgedeckte Altersvorsorge geleistet werden (§ 1 Altersvorsorge Zertifizierungsgesetz - AltZertG). Die insbesondere von Lebensversicherungen angebotenen Altersvorsorgeprodukte bzw. -verträge werden vom Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen zertifiziert, d.h., es wird geprüft, ob das jeweilige Produkt die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

    Hierdurch soll sichergestellt werden, dass nur solche Altersvorsorgeprodukte vom Staat gefördert werden, die gewisse Mindeststandards der Absicherung im Alter und den Verbraucherschutz gewährleisten. So müssen Altersvorsorgeverträge insbesondere eine lebenslang gleich bleibende oder steigende monatliche Leibrente zusichern (§ 1 Abs. 1 Nr. 4 AltZertG). Zugelassen sind neben Rentenversicherungen auch Fonds- und Banksparpläne, die jedoch in der Leistungsphase mit einer Rentenversicherung verbunden sein müssen. In der betrieblichen Altersversorgung sind Beiträge und Zuwendungen an eine Direktversicherung und eine Pensionskasse förderfähig, soweit beim Arbeitnehmer eine individuelle Versteuerung der Beitragszahlung zur Sozialversicherung erfolgt.

    Altersvorsorgebeiträge

    Das sind nach § 82 EStG die Beiträge des Zulageberechtigten, die zugunsten eines Altersvorsorgevertrags tatsächlich für die künftige Altersversorgung zur Verfügung stehen. Sie setzen sich zusammen aus den Altersvorsorgezulagen (das sind die Grundzulage und gegebenenfalls die Kinderzulage) und dem jeweiligen Eigenanteil. Um die vollen Altersvorsorgezulagen zu erhalten, müssen Sie einen sogenannten Mindesteigenbeitrag erreichen. Dieser Mindesteigenbeitrag lag im Jahr 2004 bei zwei Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens und stieg bis zum Jahr 2008 auf vier Prozent an. Dabei gelten jährliche Höchstbeträge, die im Jahr 2006 und 2007 1.575 Euro und ab 2008 2.100 Euro ausmachen. Dazu folgender Überblick:


    Altersvorsorgebeiträge und -zulagen
    Beiträge
    Sockelbetrag
    Zulagen
      Mindesteigenbeitrag  
    Jahr ohne Kind 1 Kind ab 2 Kindern höchstens bis zu ... Grundzulage Kinderzulage
    Euro Euro Euro % ¹ Euro Euro Euro
    2002 45 38 30 1 525 38 46
    2003 45 38 30 1 525 38 46
    2004 45 38 30 2 1.050 76 92
    2005 60 60 60 2 1.050 76 92
    2006 60 60 60 3 1.575 114 138
    2007 60 60 60 3 1.575 114 138
    ab 2008 60 60 60 4 2.100 154 185

    ¹ Bemessungsgrundlage ist das sozialversicherungspflichtige Einkommen des Vorjahrs


    Beispiel:

    Um die volle Altersvorsorgezulage zu bekommen, muss das Ehepaar Meier (Eltern eines Kindes, geb. vor dem 01.01.2008) bei einem sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommen von 27.500 Euro und zwei Altersvorsorgeverträgen folgenden Eigenanteil aufbringen:


    Jahr der Zulage 2002/2003 (Euro) 2004/2005 (Euro) 2006/2007 (Euro) ab 2008 (Euro)
    Sozialversicherungspflichtiges Einkommen (jeweiliges Vorjahr) 27.500 27.500 27.500 27.500
    Mindesteigenbeitrag pro Jahr in % 1 2 3 4
    in Euro 275 550 825 1.100
    davon Grundzulage 76 152 228 308
    Kinderzulage: 1 Kind 46 92 138 185
    tatsächlicher Eigenanteil 153 306 459 607


    Wenn Sie stattdessen Sonderausgaben geltend machen wollen, können Sie im Jahr 2008 2.100 Euro (bis 2007 1.575 Euro) abziehen.

    Sockelbetrag

    In unteren Einkommensbereichen kann es vorkommen, dass die staatlichen Altersvorsorgezulagen gleich hoch sind wie der Mindesteigenbetrag oder ihn sogar übersteigen. Das würde dazu führen, dass der Zulageberechtigte überhaupt keinen Eigenanteil mehr leisten müsste. Aber der Gesetzgeber hat die Riesterrente ja schließlich nicht als Geschenk, sondern als Anreiz zum „Selbersparen“ konzipiert. Deshalb war er so schlau, einen so genannten Sockelbetrag nach § 86 Abs. 1 Satz 3 EStG als absolute Untergrenze festzusetzen. Mit anderen Worten: Um die Altersvorsorgezulagen im Jahr 2008 zu erhalten, muss der Zulageberechtigte für den Fall, dass die Zulagen höher als die Mindesteigenbeiträge sind, mindestens den Sockelbetrag aufbringen, der ab 2005 unabhängig von der Kinderzahl auf einheitlich 60 Euro geändert wurde. Bitte sehen Sie sich zur Verdeutlichung noch einmal das Schaubild "Altersvorsorgebeiträge" an!

    Altersvorsorgebeiträge bei Ehegatten

    Bei zusammenveranlagten Ehegatten gilt, dass jeder Ehegatte, der in der Rentenversicherung pflichtversichert ist und Altersvorsorgebeiträge auf einen riesterbegünstigten Altersvorsorgevertrag zahlt, auch gesondert zulageberechtigt ist (er erhält die Grundzulage). Die Kinderzulage erhalten zusammenveranlagte Ehegatten dagegen nur einmal. Nach § 85 Abs. 2 EStG wird die Kinderzulage der Mutter zugeordnet, auf Antrag beider Eltern dem Vater. Der Antrag kann jeweils nur für ein Beitragsjahr gestellt und nicht zurückgenommen werden.
    Ist demgegenüber nur ein Ehegatte unmittelbar aufgrund des eigenen sozialversicherungspflichtigen Einkommens zulageberechtigt, so gilt im Falle der Zusammenveranlagung auch der andere Ehegatte als Begünstigter. Der nicht Pflichtversicherte hat damit einen eigenen Zulageanspruch. Damit wird beiden Ehegatten ermöglicht, eine eigene zusätzliche Altersversorgung aufzubauen. Voraussetzung ist, dass der andere Ehegatte einen auf seinen Namen laufenden Altersvorsorgevertrag abgeschlossen hat und der unmittelbar berechtigte pflichtversicherte Ehepartner seinen Mindesteigenbeitrag geleistet hat. Der andere Ehepartner kann dann die angestrebte Altersvorsorge nur mit der oder den staatlichen Zulagen erreichen.

    Das Zulageverfahren - wie geht das überhaupt?

    Der Anbieter der privaten Altersversorgung muss dem Zulageberechtigten einmal pro Jahr eine Bescheinigung in Form eines amtlichen Vordrucks ausstellen, aus der sich insbesondere die Höhe der im Beitragsjahr geleisteten Altersvorsorgebeiträge, die Summe der bisher gutgeschriebenen Zulagen sowie der Stand des Altersvorsorgevermögens ergeben (§ 92 EStG).

    Wichtig:

    Für den Sonderausgabenabzug müssen Sie diese Bescheinigung zusammen mit der ANLAGE AV - Sie erinnern sich, das ist der neue Riestervordruck - bei Ihrem Finanzamt einreichen. Wir gehen darauf unten aber noch näher ein.

    Ein ganz sittlicher Antrag

    Das konnten Sie sich wahrscheinlich schon denken: keine Zulage ohne Antrag! Gemäß § 89 EStG muss er in Form eines amtlichen Vordrucks bis zum Ablauf des zweiten Kalenderjahres, das auf das jeweilige Beitragsjahr folgt, an den Anbieter der Altersversorgung geschickt werden. Der wiederum übermittelt Ihre Daten an die "Deutsche Rentenversicherung Bund" (= zentrale Stelle nach § 81 EStG). Anschließend überweist die zentrale Stelle die Zulage an den Anbieter, der die Zulage dann Ihrem Altersvorsorgevertrag gutschreibt.

    Wichtig:

    Sowohl mittelbar als auch unmittelbar zulageberechtigte Ehegatten, die einen riesterbegünstigten Altersvorsorgevertrag abgeschlossen haben, müssen jeweils einen eigenen Antrag stellen.

    Sonderausgabenabzug: Geprüft wird, was günstiger ist

    Wenn Sie also im Jahr 2008 Ihren Eigenanteil zur Riesterrente geleistet haben und auch alle übrigen Voraussetzungen erfüllt sind, packt Ihnen der Staat - zunächst auf Antrag - die Altersvorsorgezulage auf Ihren Altersvorsorgevertrag drauf. Daneben hat der Gesetzgeber einen Abzug der Altersvorsorgebeiträge als Sonderausgaben nach § 10a EStG bis zu folgenden Höchstbeträgen vorgesehen:


    Veranlagungszeitraum Höchstbetrag in Euro
    2002 und 2003 525
    2004 und 2005 1.050
    2006 und 2007 1.575
    Ab 2008 2.100


    Den Sonderausgabenabzug machen Sie zum einen in Zeile 76 des Mantelbogens geltend. Zum anderen müssen Sie - bei Ehepaaren jeder Ehegatte, der Altersvorsorgebeiträge gezahlt hat - die schon erwähnte neue ANLAGE AV ausfüllen und die Bescheinigung über geleistete Altersvorsorgeaufwendungen des Anbieters beilegen.
    Sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer müssen ihre beitragspflichtigen Einnahmen aus dem jeweiligen Vorjahr (für das Beitragsjahr 2008 wäre das also das Jahr 2007) angeben; diese Einnahmen können Sie der Durchschrift der Meldung zur Sozialversicherung entnehmen. Wenn Sie Beamter sind, ergibt sich die Höhe Ihrer Besoldung und der Amtsbezüge aus den Gehaltsmitteilungen für 2007. Wenn Sie das tatsächliche Entgelt oder Lohnersatzleistungen in 2007 erzielt haben, können Sie diese Beträge aus der Bescheinigung des Arbeitgebers oder der auszahlenden Stelle ersehen. Land- und Forstwirte müssen in der ANLAGE AV für 2008 die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft nach dem Einkommensteuerbescheid für 2006 angeben.

    Wichtig:

    Bitte nicht vergessen: Sie müssen die Bescheinigung(en) des von Ihnen gewählten Anbieters der privaten Altersvorsorge beim Finanzamt einreichen! Sonst gibt’s nämlich doch kein Geschenk vom Staat. Und das wäre doch schade, oder?

    Zulage oder Steuervorteil?

    Im Rahmen der steuerlichen Veranlagung muss das Finanzamt von Amts wegen prüfen, ob die Altersvorsorgepauschale oder der Steuervorteil, der sich beim Abzug der Altersvorsorgebeiträge als Sonderausgaben ergibt, für den Steuerpflichtigen günstiger ist (§ 10a Abs. 2 EStG). Das ist dann eben jene schon angesprochene „Günstigerprüfung“. Nur in Fällen, in denen der Sonderausgabenabzug für den Steuerpflichtigen günstiger ist, erhält er den Pauschalbetrag vom Finanzamt, und zwar automatisch.

    Günstigerprüfung bei Ehegatten

    Sind beide Ehegatten rentenversicherungspflichtig, so steht (im Rahmen der Zusammenveranlagung) jedem Ehegatten der schon genannte Höchstbetrag (in 2008: 2.100 Euro) als Abzugsbetrag zu (§ 10a Abs. 3 Satz 1 EStG). Besteht die Rentenversicherungspflicht aber nur bei einem Ehegatten, können die von beiden Ehegatten geleisteten Altersvorsorgebeiträge und die ihnen dafür zustehenden Zahlungen als Sonderausgaben angesetzt werden.

    Selbst genutztes Wohneigentum und Altersvorsorge

    Sie gehören zu den glücklichen Zulageberechtigten im Rahmen der Riesterrente, die für ihre spätere Altersversorgung ein Altersvorsorgevermögen angespart haben? Dann dürfen Sie nach § 92a Abs. 1 EStG einen Teilbetrag dieses Vermögens (mindestens 10.000, höchstens 50.000 Euro) für den Kauf oder Bau eines schmucken Eigenheims im Inland verwenden. Dieser sogenannte Altersvorsorge-Eigenheimbetrag ist aber nicht etwa ein Geschenk vom Staat. Das wäre doch etwas sehr großzügig. Es handelt sich dabei eher um ein Darlehen. Zinslos zwar, aber Sie müssen es wieder an ihn zurückzahlen. Und zwar spätestens bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres!

    Und so sieht das aus!

    Mal angenommen, Sie werden den zinslosen Altersvorsorge-Eigenheimbetrag tatsächlich bis zum 65. Geburtstag zurückgezahlt haben. Dann ergeben sich daraus die folgenden Vor- und Nachteile: Einerseits können Sie als Häuslebauer oder -käufer auf eine zinslose Zwischenfinanzierung zurückgreifen; gleichzeitig stehen diese zinslos gewährten Beträge dem Anbieter der privaten Altersvorsorge nicht zur zinsbringenden Anlage zur Verfügung. Folge: Ihr Altersvorsorgevermögen wächst durch diese Entnahme nicht so schnell. Wenn weniger Geld im Topf ist, kommen eben auch weniger Zinsen zusammen, und am Ende steht leider insgesamt weniger zur Verfügung, und dementsprechend wird Ihre Rente geringer ausfallen. Aber dafür haben Sie ja dann auch ein abbezahltes Wohneigentum (ob Haus oder Wohnung, ist gleich). Es kostet Sie keinen Cent Miete und schont damit Ihre Rente. Ist eine Überlegung wert, finden Sie nicht?