Teileinkünfteverfahren

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Wahlrecht zwischen der Abgeltungsteuer und dem Teileinkünfteverfahren

Grundsätzlich ist die Einkommensteuer auf Gewinnanteile mit der pauschalen Abgeltungssteuer als "abgegolten". Deshalb können keine in Zusammenhang mit den Dividenden stehenden Werbungskosten geltend gemacht werden. Es kann lediglich der Sparar- Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro genutzt werden.


Gemäß § 32 d Abs. 2 Nr. 3 EStG besteht die Möglichkeit für Kapitalerträge aus Dividenden und Erträgen aus der Veräußerung von Anteilen das Teileinkünfteverfahren zu beantragen, wenn der Steuerpflichtige im Veranlagungszeitraum unmittelbar oder mittelbar


  • zu mindestens 25% an der Kapitalgesellschaft beteiligt ist oder
  • zu mindestens 1% an der Kapitalgesellschaft beteiligt und beruflich für diese tätig ist.

Die Anteile befinden sich im Betriebsvermögen

  • Werden Anteile an einer Kapitalgesellschaft in einem Betriebsvermögen gehalten, gelten 60% der Dividenden als steuerpflichtig. In diesem Zusammenhang sind auch lediglich 60% der in diesem Zusammenhang stehenden Betriebsausgaben abzugsfähig.
  • Sofern Sie einen Gewinn mit dem Verkauf von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH) erzielt haben, die zu Ihrem Privatvermögen gehört haben, ist dieser Gewinn als Einkünfte aus Gewerbebetrieb steuerpflichtig, wenn sie innerhalb der letzen 5 Jahre am Kapital der Gesellschaft zu mindestens 1% beteiligt waren (§ 17 EStG).


Die Absenkung der Beteiligungsquote von 25% auf 10% durch Gesetzesverkündung am 31.03.1999 war insoweit verfassungswidrig, als es dadurch zu einer rückwirkenden Besteuerung vom zum Zeitpunkt der Verkündung bereits eingetretener Wertzuwächse gekommen ist (BVerfG vom 7.7.2010, 2 BvR 748/05, DStR 2010 S. 1733).

Wenn Sie die Anteile innerhalb der letzten 5 Jahre unentgeltlich erworben haben, liegt eine steuerlich bedeutsame Beteiligung auch dann vor, wenn Ihr Rechtsvorgänger- also die Person, die ihnen die Anteile geschenkt hat- zu mindestens 1% an der Gesellschaft beteiligt war. Auch durch Reihenschenkung kann man die Vorschrift nicht umgehen. Denn wenn einer der Schenkenden in der Reihe zu mindestens 1% beteiligt war, leigt beim letzen in de rkette eine wesentliche Beteiligung vor, deren Veräußerung steuerpflichtig ist.


Ist der Verkauf einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage rückgängig gemacht worden, kommt es zu keiner steuerpflichtigen Anteilsveräußerung (BFH vom 28.10.2009, IX R 17/09, BStBl II 2010 S. 539).