Formular ESt 1V

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Vereinfachte Einkommensteuererklärung - ESt 1V

Ab 2005 gibt es eine vereinfachte Einkommensteuererklärung, zumindest ein neues Formular im Umfang von zwei Seiten, in dem amtliche Eintragungen vorzunehmen sind. Einfach bedeutet, dass ausschließlich mit diesem Formular (ESt 1 V) gearbeitet werden darf bzw. muss. Es ist aber nicht für alle Steuerpflichtigen geeignet bzw. zulässig.

Nur Arbeitnehmer dürfen!

Die beabsichtigte Vereinfachung besteht darin, dass einerseits nur bestimmte Einnahmen eingetragen werden können, und zwar dürfen nur Arbeitnehmer, die lediglich Arbeitslohn und eventuell Lohn- oder Entgeltersatzleistungen (z.B. Arbeitslosengeld u.Ä.) bezogen haben, dieses Formular verwenden. Liegen also noch andere Einkünfte vor, z.B. Renteneinkünfte, Zinseinkünfte oder Vermietungseinkünfte, darf dieses Formular nicht verwendet werden. Einfach ist auch, dass bei dieser Erklärung die bisher auf der Lohnsteuerbescheinigung vermerkten Eintragungen des Arbeitgebers, das sind insbesondere der Bruttoarbeitslohn, die Kirchensteuer, die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag, ermäßigt besteuerter Lohn sowie steuerfreier Arbeitslohn, nicht mehr in das Formular eingetragen werden müssen. Warum, werden Sie jetzt fragen?

Das hängt damit zusmmen, dass ab 2005 die Arbeitgeber verpflichtet sind, diese Angaben in Form einer elektronischen Lohnsteuerbescheinigung an das Finanzamt zu übermitteln, sodass das Finanzamt hierauf jederzeit zurückgreifen kann. Die gute alte Lohnsteuerkarte muss zwar auch künftig noch dem Arbeitgeber vorgelegt werden; eine Rückgabe der Lohnsteuerkarte, fest verbunden mit der Lohnsteuerbescheinigung, an den Arbeitnehmer gibt es nicht mehr. Der Arbeitgeber, der jeweils bis zum 28. Februar des Folgejahres die Lohnsteuerbescheinigung elektronisch an das Finanzamt übermittelt hat, händigt dem Arbeitnehmer zu dessen Information nur noch eine Lohnsteuerbescheinigung in Papierform aus, die in jedem Fall der Einkommensteuererklärung, ob vereinfacht oder normal, beizufügen ist.

Ebenso wie nur bestimmte Einnahmen angegeben werden können, verhält es sich bei den Abzugsposten, das sind die Werbungskosten, die Sonderausgaben und die außergewöhnlichen Belastungen. Auch hier gilt: Nur ganz bestimmte, im Formular besonders erwähnte Ausgaben können in diesem Formular geltend gemacht werden. Wer mehr abziehen will, der muss wie bisher die bekannten Formulare ausfüllen und abgeben.

Der Begriff "vereinfacht" darf nicht falsch verstanden werden. Ein Arbeitnehmer, der das neue Formular benutzt, muss grundsätzlich dieselben Angaben machen bzw. Eintragungen vornehmen, die er auch in dem bisherigen Formular gemacht hat. Auf die Ausnahme bei den Angaben von der Lohnsteuerbescheinigung sind wir bereits eingegangen. In der Vereinfachung liegt aber auch eine gewisse Gefahr: Im Vordruck sind eben nicht alle Abzugsposten erwähnt; also wird ein Arbeitnehmer, der eigentlich bestimmte Abzugsposten geltend machen könnte, darauf gar nicht erst aufmerksam.

Einfach hin, einfach her: Der Anwender des WISO Sparbuches muss sich nicht (im Vorhinein) entscheiden. Sie machen Ihre Eintragungen wie bisher, und das WISO Sparbuch trifft anschließend die Entscheidung: Entweder das vereinfachte Formular, oder es bleibt alles beim Alten. Und zugleich können Sie sicher sein, dass jeweils die für Sie günstigere Variante dabei herauskommt. Gut, dass es das WISO Sparbuch gibt!

Und nicht vergessen, ihn, den normalen oder vereinfachten Vordruck zu unterschreiben! Gegebenenfalls können/müssen die ANLAGE KIND; die ANLAGE VL (vermögenswirksame Leistungen) und die ANLAGE AV (Altersvorsorgebeiträge/Riester Rente) zusätzlich abgegeben werden.
Mehr Info zu Lohnsteuererklärung und Lohnsteuerausgleich

Formular: Hauptvordruck - Vereinfachte Einkommensteuererklärung

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