Wahrscheinlich ist es ein langer Weg bis man sich einig wird: Nachdem die Koalition nach endlos scheinenden Diskussionen beschlossen hatte die Steuern zu senken, kündigt die SPD ihren Widerstand an. 6 Milliarden Euro sollen beim Bürger ankommen. Hört sich gut an! Aber wie wirkt sich das im Geldbeutel der Bürger aus?
Der Vorschlag der KoalitionIn der Diskussion um die Steuersenkung fallen immer wieder zwei Begriffe. Zum einen soll der Grundfreibetrag angehoben werden und zum zweiten soll der Steuertarif zur Abmilderung der sogenannten „kalten Progression“ verändert werden.
Der GrundfreibetragUm die Existenz der Bürger zu schützen, werden Steuerzahlungen auf das Einkommen erst erhoben, wenn das Einkommen einen gewissen Sockelbetrag übersteigt. Derzeit beginnt eine Versteuerung eines Ledigen erst oberhalb eines zu versteuernden Einkommens von 8.004 EUR im Jahr. Nach dem Vorschlag der Koalition soll im Jahr 2013 der Freibetrag auf 8.114 EUR und im Jahr 2014 auf 8.354 EUR steigen. Bis zum Jahr 2014 werden durch die Erhöhung des Grundfreibetrags 350 EUR Einkommen im Jahr bei Ledigen weniger zu versteuern sein. Das sind monatlich fast 30 EUR.
Die "kalte Progression"Der Einstiegssteuersatz liegt derzeit bei 14 Prozent und steigt bei höheren Einkommen auf bis zu 42 Prozent. Das heißt, je mehr Einkommen zu versteuern ist, desto höher steigt der persönliche Steuersatz. Lohnsteigerungen, die lediglich die Inflation ausgleichen sollen, können dadurch zu einer Steuermehrbelastung führen. Die Folge ist ein Kaufkraftverlust der Bürger. Deshalb sollte der Steuertarif regelmäßig der Inflation angepasst werden.
Die Koalition hat beschlossen, dass die Einkommensgrenzen, ab der der nächst höhere Steuersatz gezahlt werden muss, gleichmäßig angehoben werden soll. Im Jahr 2013 um 1,4 Prozent und im Jahr 2014 insgesamt in jeder Einkommensgruppe um 3 Prozent. Der Steuersatz steigt bei steigendem Einkommen nicht linear, sondern vor allem bei kleineren Einkommen steigt der Steuersatz schneller. So würde sich vor allem bei kleineren Einkommen das gleichmäßige Anheben der Grenzen prozentual stärker auswirken.
BeispieleEin Lediger mit einem zu versteuernden Einkommen von 9.000 EUR zahlt im Jahr 2011 148 EUR Einkommensteuer. Nach der geplanten Änderung würde er im Jahr 2013 nur noch 131 EUR Steuern zahlen und im Jahr 2014 noch 94 EUR. Letztendlich hat er eine Steuerersparnis von 54 EUR oder knapp 36,5 Prozent jährlich.
Ein gutverdienender Lediger mit einem zu versteuernden Einkommen von 50.000 EUR zahlt im Jahr 2011 12.847 EUR Einkommensteuer. Nach der geplanten Änderung würde er im Jahr 2013 nur noch 12.742 EUR Steuern zahlen und im Jahr 2014 noch 12.524 EUR. Letztendlich hat er eine Steuerersparnis von 232 EUR oder zirka 2,5 Prozent.
25 EUR
Die durchschnittliche Steuerersparnis läge beim Bürger bei 25 EUR im Monat, würde sich der Vorschlag durchsetzen.
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